Dienstag, 18.12.2018 20:06 Uhr

Choleraausbruch fordert rund 100 Tote

Verantwortlicher Autor: Malteser international Köln/Maiduguri, 29.09.2018, 16:58 Uhr
Presse-Ressort von: Klaus Köhnen Bericht 4818x gelesen

Köln/Maiduguri [Malteser international] Fast 3.000 Menschen haben sich in den vergangenen Wochen in der Tschadseeregion in Nigeria mit Cholera infiziert, rund 100 Menschen starben bereits an den Folgen und täglich steigt die Zahl der Toten. Die Mitarbeiter von Malteser International haben knapp 30.000 Menschen im Bundesstaat Borno mit Hygieneartikeln versorgt und über Händewaschen mit Seife als effektive Schutzmaßnahme bei Cholera aufgeklärt.

Sie geben außerdem spezielle Desinfektionsmittel aus, die die Menschen nutzen sollen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Örtliche Hilfskräfte lernen zudem, Elektrolytlösungen herzustellen, die die Erkrankten zum Ausgleich des Wasserverlustes trinken. Im Bundesstaat Borno leben 1,36 Millionen Menschen, die vor der Gewalt der islamistischen Terrormiliz Boko Haram geflohen sind. Viele sind in Camps für Binnenvertriebene untergekommen.

„Durch Wasser übertragene Krankheiten sind in der Tschadseeregion eine ständige Bedrohung. Insbesondere in der Regenzeit, wenn der Boden gesättigt ist und kein Wasser mehr aufnehmen kann, ist es schwierig, die Ausbreitung von Keimen zu verhindern. Es gibt dann große Flächen stehenden Wassers und häufig laufen Latrinen über, so dass es für die Menschen sehr schwierig ist, die Wasserstellen sauber zu halten. Die wenigen Toiletten und Waschmöglichkeiten sind so mangelhaft, dass sich eine Krankheit wie Cholera schnell ausbreiten kann“, sagt Sid Peruvemba, Programmdirektor von Malteser International.

Die Lage für die Menschen ist ohnehin sehr schwierig: „Hinzu kommt, dass die gewalttätigen Übergriffe von Boko Haram eine humanitäre Notsituation ausgelöst haben. Aus Angst vor der Gewalt fliehen die Menschen aus ihren Dörfern. Felder werden nicht mehr bestellt, es gibt kaum genug zu essen“, sagt Peruvemba. Mittlerweile sind 17 Millionen Menschen in der gesamten Region um den Tschadsee von dieser Krise betroffen, allein 7,7 Millionen Menschen sind davon in Nigeria auf humanitäre Hilfe angewiesen. Malteser International ist seit 2017 in Nigeria tätig. Dort versorgen die Mitarbeiter die Menschen mit Trinkwasser, bauen Latrinen, verteilen Hygienekits und schulen die Menschen in Themen des Bereichs Wasser und Hygiene.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.