Donnerstag, 14.12.2017 03:31 Uhr

Humanitäre Katastrophe im Jemen

Verantwortlicher Autor: DRK Berlin, 30.11.2017, 17:57 Uhr
Presse-Ressort von: Klaus Köhnen Bericht 2890x gelesen

Berlin [DRK] Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist sehr besorgt über die tägliche Verschlechterung der Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung im Jemen. Auch nach Ende der mehrwöchigen Blockade der wichtigsten See- und Flughäfen und Wiederaufnahme humanitärer Hilfslieferungen gelangen noch nicht genügend Grundversorgungsgüter wie Nahrungsmittel, Medizin und Treibstoffe für die schwer betroffene BeBevölkerung ins Land.

„Der Gesamtbedarf an essentiellen Gütern des täglichen Bedarfs im Jemen wird zu 90 Prozent durch Importe gedeckt. Jede Blockade hat daher unmittelbar gravierende Folgen für die Bevölkerung. Umfangreiche humanitäre Hilfe, aber auch der kommerzielle Import von lebensnotwendigen Gütern muss ohne Einschränkung durch die Konfliktparteien ermöglicht werden“, sagt Christof Johnen, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim DRK. Seit Ende der Totalblockade der wichtigsten See- und Flughäfen treffen im Jemen wieder Schiffe mit Mehl und Weizen ein, jedoch bei weitem nicht genug, um eine drohende Hungersnot zu verhindern. Die Einfuhr von Treibstoff ist noch nicht wieder erlaubt.

Das verschärft den Mangel an sauberem Trinkwasser in den neun größten Städten Jemens, da Pumpen und Filteranlagen nicht mehr betrieben werden können. „Über eine Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Versorgung mehr. Dies wird zu einer weiteren Verschärfung der Cholera und dem Ausbruch weiterer Infektionskrankheiten führen, zumal die Menschen vom Hunger geschwächt sind. Die schwelende Cholera-Epidemie führte bereits zu rund 960.000 Verdachtsfällen. Der Zivilbevölkerung im Jemen läuft die Zeit davon“, sagt Johnen.

Das DRK unterstützt den Jemenitischen Roten Halbmond mit dringend benötigter humanitärer Hilfe. Durch die Bereitstellung medizinischer Verbrauchsgüter wie Medikamente, Dialysematerial und Choleratests sowie Treibstoff für die Generatoren wird der Betrieb von Krankenhäusern maßgeblich unterstützt. Zudem führt das DRK auch Aufklärungskampagnen zur Bekämpfung der Cholera durch und stellt Chlor zur Wasserbehandlung bereit. Pakete mit Hygieneartikeln und Nahrungsmittelpakete werden wenn möglich an besonders bedürftige Menschen verteilt.

Das DRK bittet um Spenden für die notleidende Bevölkerung im Jemen: IBAN: DE63370205000005023307 BIC: BFSWDE33XXX Stichwort: Nothilfe Jemen

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