Donnerstag, 19.07.2018 17:27 Uhr

Was tun, wenn der Silvesterböller ins Auge geht?

Verantwortlicher Autor: Klaus Köhnen Bundesweit, 28.12.2017, 08:12 Uhr
Presse-Ressort von: Klaus Köhnen Bericht 6712x gelesen
DRK im Einsatz
DRK im Einsatz  Bild: Klaus Köhnen

Bundesweit [ENA] DRK-gibt Erste-Hilfe-Tipps zum Jahreswechsel: Die Silvesternacht ist für die meisten Menschen ein ganz besonderes Erlebnis. Es wird ausgelassen gefeiert - mitunter mit schwerwiegenden Folgen, wie Handverletzungen, abgerissenen Fingern, Verletzungen am Auge oder Schädelverletzungen.

„Leider sorgt fahrlässiger Umgang mit Böllern jedes Jahr aufs Neue für schwere Verletzungen“, warnt DRK Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. „Auch in Feierlaune sollten einige Regeln unbedingt gelten, um unbeschwert in das neue Jahr starten zu können.“ Wichtig ist das nur zugelassenes Feuerwerk genutzt wird. Sefrin gibt folgende Erste-Hilfe-Tipps für den Fall, dass es doch zu Verletzungen kommt:

1. Verbrennungen:

Schnell reagieren! Kleinere Verbrennungen sollen gekühlt werden, großflächige nicht, da sonst eine Unterkühlung droht. Verbrennungen, die größer als die Handfläche sind, erfordern die Behandlung eines Arztes. In allen Kommunen stehen während der Sylvesternacht Rettungsdienste in Bereitschaft. Vielfach werden die hauptamtlichen Kräfte durch ehrenamtliche Rettungsdienstler unterstützt.

2. Hand- und andere Verletzungen:

Ruhe bewahren und besonnen Handeln hilft größere Schäden zu vermeiden. Größere Wunden müssen sofort steril abgedeckt werden. Bei größerem Blutverlust rufen Sie sofort einen Notarzt! Falls Finger oder andere Körperteil abgerissen wurden, versuchen Sie, diese zu bergen und geben Sie ihn den Rettungskräften mit. Je schneller eine solche Verletzung versorgt wird, desto grösser die Chance Einschränkungen so gering als möglich zu halten.

3. Augenverletzung

Verbinden Sie bei einer Augenverletzung immer beide Augen, damit das verletzte Auge nicht mehr bewegt wird. Wichtig ist es, bei ernsten Verletzungen umgehend die 112 zu wählen.“ Die Disponenten in den Leitstellen werden Ihnen helfen die Verletzung zu versorgen bis die Rettungsdienste eintreffen und die weiteren Massnahmen übernehmen können. Lassen Sie Verletzte bitte nicht alleine.

4. Alkoholvergiftung:

Maßloser oder ungewohnter Alkohol-Konsum kann zu einer Vergiftung mit lebensgefährlichen Folgen führen. Ein leichter Rausch ist noch kein Notfall. Wenn jemand durch überhöhten Alkoholgenuss zusammenbricht, muss das unbedingt ernst genommen werden. Sofort Atmung und Puls prüfen! Bleibt die Person auch nach wiederholten Ansprechversuchen bewusstlos, unbedingt einen Notarzt rufen. Es besteht die Gefahr, dass der Bewusstlose erbricht und die Atemwege verschlossen werden. Deshalb den Betroffenen in stabile Seitenlage bringen und möglichst warm halten. In einer kalten Silvesternacht im Freien sind solche Maßnahmen wegen der drohenden Unterkühlung lebensrettend.“

Wenn Ihr letzter Kursus in Erster Hilfe schon länger zurückliegt (mehr als 2 Jahre) ist jetzt der Zeitpunkt daran zu denken einen Auffrischungskurs zu besuchen. Denken Sie bitte daran, daß Ihre Hilfe Leben retten kann. Termine nennen Ihnen die Hilfsorganisationen vor Ort.

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